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Theaterprojekt "Trau Dich"


„Das hat mich voll berührt!“ „Das war ja wie im echten Leben!“ „Genau so isses…!“
Diese und viele andere Sätze waren es, die am Sonntag den 07.07. im Gemeindezentrum in der Brucknerstraße zu hören waren, nachdem nach eineinhalb Stunden der imaginäre Vorhang fiel. „Ich habe die Zeit überhaupt nicht wahrgenommen, es war ungemein kurzweilig und auch die Hitze konnte einem, in Anbetracht des Geschehens auf der Bühne, nichts mehr anhaben.“

Denn da ging es richtig heiß her. Zum einen war das Spiel der 19 DarstellerInnen einfach grandios und zum anderen ließen einen die Inhalte des Stücks nicht kalt.
Trotz der Themenvielfalt, Scheidung, Mobbing, Religiöse Ausgrenzung, Homosexualität hatte man nicht das Gefühl von erhobenen Zeigefingern erschlagen zu werden. Die Themen kamen auf den Tisch, Lösungsansätze wurden mitgeliefert, Gänsehautmomente wurden von humorvollen Augenblicken abgelöst und die Darsteller waren hinreißend.

Die einzelnen Szenen gingen nahtlos ineinander über, wobei sich parallel dazu, immer wieder das Bühnenbild mit Hilfe grauer Stapelkisten veränderte und durch wechselnde Plakate der neue Spielort kenntlich gemacht wurde. Für die Spieler sicherlich immer wieder eine Herausforderung für den Zuschauer ein spannendes Vergnügen. So entstanden eine Bäckerei, ein Klassen-ein Lehrer – und ein Schlafzimmer sowie diverse Küchen, in denen das Geschehen seine verschiedensten Verläufe nahm.

Außerdem war auf der Bühne ein 0ff geschaffen worden, hinter dem sich die Gedanken und Gefühle verbargen, die nur dann auftauchten, wenn die zu ihnen gehörenden Darsteller sich im freeze befanden. D.h. die zu sehende Szene eingefroren war. Dadurch wurde deutlich, dass kein Mensch nur schwarz oder weiß ist und das Licht und Schatten sich bedingen. Auf diese Art und Weise konnte man im wahrsten Sinne, hinter die Kulissen der beiden Hauptdarstellerinnen blicken und so einen Eindruck davon gewinnen, in welchem persönlichen Gefühlschaos sie sich jeweils befanden.

Besonders stark hat mich die Traumszene gefangen genommen, wo alle kamen und die Ereignisse des Tages, durch jeweils einen Satz verdeutlichten und die Schlafende immer enger und immer lauter werdend umkreisten, das war wie in einem Albtraum. Ein weiterer Satz, der hinterher immer wieder zu hören war! Zur großen Freude der gesamten Gruppe, denn wie oft sie diese Szene geprobt haben, vermag wohl keiner genau zu sagen…

Und nach dieser Szene hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so wie auch bei der Schülervorstellung am nächsten Tag, vor der alle großen Respekt hatten. So wussten wir nicht, wie die Schüler und Schülerinnen der Jahrgänge  5-9 der unterschiedlichsten Schulformen reagieren würden, auf die Inhalte und deren Umsetzung.

War bei der Premiere der ständig aufflammende Zwischenapplaus Zeichen der Anerkennung, so war es am drauf folgenden Tag, die unglaubliche Stille und Aufmerksamkeit des jungen Publikums, die hinterher gefragt, ob sie auch schon einmal im realen Leben mit derlei Themen konfrontiert worden seien, dies ganz klar bejahten. Und so konnte vielleicht ein Denkanstoß in die Klassen gegeben werden, als Impuls nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, wenn es mal schwierig wird.

Und das sollte mit dem Stück ja auch erreicht werden, für einen Moment inne halten und schauen, wie sieht das eigentlich bei mir selber aus, was kann ich selber tun…




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